erleuchtet

Freitag, 15. Mai 2009

Verdolmetschung.

Auf was für Worte man immer wieder stößt? Diesesmal bin ich im Skript (Folien) eines Workshops über dieses merkwürdige Wort gestolpert. Auf der ersten Seite steht geschrieben:
Während des Workshops ist eine simultane Verdolmetschung in die englische bzw. deutsche Sprache vorgesehen.

Und ich frage mich: Hä? Verdolmetschung?!
Nach einem kurzen Moment komme ich darauf, dass es sich nicht um eine Krankheit oder Verletzung handeln kann, sondern eine Übersetzung gemeint sein muss. Von einem Substantiv wie Verdolmetschung habe ich noch nie gehört. Google liefert auch nur knapp 8000 Treffer dazu ... und jetzt sicher wieder einen mehr.
Kann es sein, dass sich irgendjemand dieses Wort ausgedacht hat? So nach dem Prinzip: wenn es Dolmetscher gibt und man etwas dolmetschen kann, so muss es auch Dolmetschung und Verdolmetschung geben.

Assoziationen:
Verdolmetschung.
Verquetschung.
Quetschung.
Verballhornung?

Dienstag, 9. Dezember 2008

Glühlampe, ade.


In der Europäischen Union sollen bis 2012 Glühlampen schrittweise abgeschafft werden. Diesen Vorschlag der EU-Kommission haben gestern die Sachverständigen der EU-Mitgliedstaaten unterstützt. Die Verordnung wird nun vom Europäischen Parlament geprüft, im März 2009 soll sie offiziell von der Kommission verabschiedet werden, geht aus einer Mitteilung hervor.
...
Die EU-Kommission verspricht sich von der Verordnung zur Umstellung auf Energiesparlampen Einsparungen von nahezu 40 TWh sowie eine Verringerung der Kohlendioxid-Emissionen um jährlich 15 Millionen Tonnen. Dabei sollen die Verbraucher weiterhin die Wahl zwischen langlebigen Kompakt-Leuchtstofflampen haben, die derzeit die höchsten Energieeinsparungen ermöglichten, oder effizienten Halogenlampen. Ein Durchschnittshaushalt, der von Glühlampen auf Kompakt-Leuchtstofflampen umstellt, könne bei der Stromrechnung je nach Anzahl der ersetzten Lampen netto jährlich 25 bis 50 Euro einsparen.

Quelle: heise.de

Ecovolution (bulb)

Na also, wer sagt's denn. Die Ökovolution greift doch langsam um sich! :-)

Mittwoch, 26. November 2008

Kohle nur noch zum Grillen.

In Berlin-Lichtenberg soll ein großes und modernes Kohlekraftwerk errichtet werden. Das Kohle ein Rohstoff ist, der bei der Energieerzeugung nicht umweltfreundlich ist, sollte heutzutage jedes Kind wissen. Dennoch scheinen sich die Politiker nicht im Klaren zu sein, welch einen Umweltverpester sie in Berlin errichten lassen würden, falls sie dem Antrag von Vattenfall zustimmten.

Aus insbesondere diesem Grund hat sich in Berlin eine Aktionsgruppe namens "Kohle nur noch zum Grillen" gegründet. Ihr Ziel ist es, mit provokanten und witzigen Aktionen auf dieses Problem aufmerksam zu machen und Unterschriften gegen die Realsierung des Kohlekraftwerks in Berlin-Lichtenberg zu sammeln.
Wer ebenfalls mithelfen möchte, der kann sich bei obiger Webseite melden und MITMACHEN.

Protest-Grillen bei Vattenfall (Anja Vatterodt/knnzg.de)

Montag, 28. Juli 2008

Sterne und Orionnebel.

Sterne

Orionnebel

Freitag, 2. November 2007

Aufgeschnappte Worte.

In der Zwischenzeit sind mir immer wieder einige Worte unter die Finger gekommen, die entweder einen interessanten Klang besaßen oder deren Bedeutung mir nicht völlig klar war. Und um diesem Abhilfe zu leisten, habe ich mir meinen alten Duden geschnappt und die Begriffe nachgeschlagen. Was für exotische Exemplare der deutschen Sprachen darunter sind, mag jeder im foldenden selbst herausfinden.

  • B
    • benedeien - segnen
  • D
    • darben - Not, Hunger leiden
  • F
    • formidabel - furchtbar, großartig (Bsp. formidable Erkenntnis)
  • G
    • Graffel - österr. ugs. für Gerümpel
    • grindig - schorfig (Bsp. grindige Haut)
  • H
    • Harm - Kummer, Leid
  • I
    • infam - ehrlos, niederträchtig
  • K
    • Knute - Lederpeitsche
    • knuten - knechten, unterdrücken [wenn das Eisbär Knut wüßte!]
  • M
    • musivisch - musivische Arbeit bedeutet eingelegte Arbeit oder Mosaik
  • R
    • Runzeln - Falten
  • S
    • scheel (ansehen) - mißgünstig, geringschätzig (ansehen)
    • schrundig - rissig (Bsp. schrundige Lippen)
    • somnambule - schlafwandelnd, mondsüchtig
    • Staps - ungelenker Bursche
    • stupend - erstaunlich
    • sublim - erhaben
  • V
    • verderbt - verdorben
    • verfemen - für vogelfrei erklären, ächten
    • vergaffen - sich verlieben
    • vermaledeien - verfluchen
    • verplätten - verprügeln
    • verpimpeln - verzärteln [und was bedeutet verzärteln? etwa verhätscheln? war im Duden nicht erklärt]
    • verschnappen - sich verplappern
  • Z
    • zach - geizig, zaghaft, zäh
    • zag - scheu
    • ziselieren - in Metall einarbeiten

Sonntag, 7. Oktober 2007

Der Bierdeckel.

Warum heißt der Bierdeckel Bierdeckel? Weil ein Bierdeckel ist ein Bierdeckel ist ein Bierdeckel. Ein Bierdeckel ist also ein Deckel. Aber irgendetwas stimmt hier nicht!
Betrachten wir den klassischsten Deckel aller Deckel. Den Topfdeckel. Er dient zum Bedecken von Töpfen, um den Inhalt jener Töpfe vor schrecklichen Einflüssen von außen zu bewahren und dem Inhalt Schutz zu bieten. Der Topfdeckel wird auf den Topf aufgelegt. Im konkreten Fall müssen wir genauer unterscheiden, ob der Topf ein Blumentopf oder ein Kochtopf ist. Von Blumentopfdeckeln wird kaum jemand etwas gehört haben [das könnte eine entscheidende Marktlücke sein], aber Kochtopfdeckel sind in jedem gut sortierten Haushalt zu finden. Sie werden auf Kochtöpfe gelegt, um etwas zum Kochen, Schmoren, Braten zu bringen.

Ein anderer, sehr weit verbreiteter Deckel ist der Gullideckel. Gulli [ein schönes Wort]. Wohingegen beim Kochtopfdeckel während des Kochens, Schmorens oder Bratens leckere, appetitanregende Düfte entstehen können [sofern man den Inhalt des Topfes nicht verbrennt], treten beim Gullideckel doch eher unangenehme Gerüche von Abfällen im Allgemeinen und aus dem Verdaungstrakt im Speziellen zum Vorschein. Nichtsdestotrotz bleibt der Gullideckel ein herrlicher Vertreter der Gattung Deckel. Denn er bedeckt, platziert an der Oberfläche, mit seinem massigen Stahl tiefe Löcher in der Straße, und bietet damit Schutz vor nicht erwünschten, plötzlichen Stürzen in die Tiefe.

Nun wissen wir: der Kochtopfdeckel liegt auf dem Kochtopf, der Gullideckel liegt auf dem Gulli, aber der Bierdeckel liegt nicht, wie im ersten Augenblick anzunehmen, auf dem Bier, nein, sondern unter dem Bier. Der Bierdeckel liegt unter dem Bier. Und wo ist seine Schutzfunktion für das Bier? Schützt er etwa das Bier vor dem Austrocknen? Wohl kaum. Denn auf der Bierflasche sitzt keineswegs der Bierdeckel, sondern der Kronkorken. Der Bierdeckel hat sich klammheimlich unter das Bierglas geschlichen und lechzt dort nach überschwappenden, am Glas hinunter rinnenden Tropfen des heiligen Wassers. So ein hundsgemeiner Kerl, dieser Bierdeckel! Umtaufen müsste man ihn zur Strafe, und ihn seiner wahren Bestimmung entgegen führen. Ein Deckel, der auf dem Tisch liegt. Ein Tischdeckel.

Samstag, 6. Oktober 2007

Die Fanmeile.

Mein Ticket für die Bahnen der Stadt ist mit dem Ende des letzten Monats ausgelaufen, das Geld für eine neue Karte will ich vorerst sparen, und so sitze ich nun mehr oder minder in meinem kleinen Randbezirk im Nordosten fest. Für längere Strecken bleibt mir immer noch die Wahl auf das Fahrrad, das ich seit Ewigkeiten aus dem Keller hervor geholt und entstaubt habe. Jetzt, so kurz vor dem Winter. [Kopfschütteln] An zwei Tagen nutzte ich es in dieser Woche schon. Für insgesamt 60 Kilometer.
Am Tag der Einheit bin ich damit zum Brandenburger Tor gefahren. Menschenmassen. Menschen über Menschen. Soviele, laut Nachrichten über eine halbe Million, wie es sie seit einem Jahr nicht mehr auf einem Haufen gab. Und was war vor einem Jahr? Selbstverständlich die Weltmeisterschaft, das Sommermärchen, die ultimative Fanmeile am Brandenburger Tor. Fanmeile. Ein schreckliches Wort, das ich nicht mehr hören kann, nicht mehr hören will. Doch wann kapieren die Veranstalter und Organisatoren großer Feste endlich, dass die WM in Deutschland endgültig vorbei ist, es sie so nie wieder geben wird [zum Glück], und die Leute es satt haben, auf eine Fanmeile zu gehen?! Fanmeile. Meile. Kilometer. Wenn schon, dann Fankilometer. Aber warum überhaupt Fan? Wenn deutsch, dann richtig. Fan. Noch so ein anglizistisches, amerikanisiertes Wort. Und um ehrlich zu sein, mir fällt auf Anhieb keine deutsche Entsprechung ein. Im guten alten Duden steht dazu "begeisterter Anhänger". Aber das lässt sich mit "begeisterter Anhänger Kilometer" wirklich schwer aussprechen. Von dem Sinn und der Deutung ganz zu schweigen. In meinem englischen Wörterbuch finde ich die Übersetzung "Fan, Liebhaber, Verehrer". Das passt doch schon besser. Liebhaber ist zu speziell, zu romantisiert, aber Verehrer klingt angenehm. Damit ließe sich die Fanmeile in gutem klassischem Deutsch mit Verehrerkilometer übersetzen. Verehrerkilometer. Verrückt. Wenn man das hört, könnte man geradewegs glauben, es handele sich um eine kilometerlange Straße, links und rechts, Schulter an Schulter gespickt mit Verehrern. Männlichen Verehrern? Also Männern, die vermutlich ein und dieselbe oder verschiedene Frauen verehren? Vielleicht ganz bestimmte Frauen? Dann wäre also Verehrerkilometer das Pendant zum Straßenstrich. Irre. Verrückte, deutsche Sprache...

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krass. junge. glückwunsch.
krass. junge. glückwunsch.
meliterature - 24. Sep, 19:45
Na klar, immer alles...
Na klar, immer alles meins. ;-) Ich schau mal bei dir...
pinolino - 14. Sep, 14:34
deins? hmm. lange nicht...
deins? hmm. lange nicht mehr mit gedichten beschäftigt....
meliterature - 14. Sep, 08:47

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Buch: "An meine Liebe"


Gedicht: "Vogel von der Trauerweide"


Kurzgeschichte: "Jugendliebe"

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