erdichtet

Mittwoch, 16. April 2008

Worte.

Worte, das sind die Gedanken,
Nur mit Lippen formuliert,
Und sie kennen keine Schranken,
Sind mit Freiheit infiziert.

Worte lassen sich nicht zwingen,
Folgen niemals dem System,
Geist und Wille soll'n erklingen,
Meinung'n frei und unbequem.

Worte müssen diskutieren,
Unterscheiden gut und schlecht,
Woll'n die Dinge regulieren,
Geben Menschen Kraft und Recht.

Worte, das sind die Gedanken,
Einst aus einer Schnapsidee,
Nun ergriffen ohne Wanken,
Frei zu sein - juchee, juchee!

Mittwoch, 26. März 2008

Sonnenbogen.

Sonnenbogen bunt verwischt
Vertreibt das nimmersatte Grau,
Mondes Schein im Glanz erlischt,
Glitzert schwach im Morgentau.

Mittwoch, 5. März 2008

Der alte Mann und sein Klavier.

Sitzend in dem dunklen Zimmer
Auf dem Hocker vor'm Klavier,
Blicken seine Hände wartend
Auf ein leeres Blatt Papier.

Schwarze Tasten, weiße Tasten,
Nirgendwo entspringt ein Ton,
Nur in seinem wachen Geiste
Musizier'n die Noten schon.

Flink bewegen sich die Finger,
Gleiten auf der Klaviatur,
Und entfesseln die Gedanken
Tanzend in der Partitur.

Bald erklingen warme Lieder,
Und ergreifen den Verstand,
Wollen seine Welt betören,
Hand auf Herz mit Herz in Hand.

Leben flutet durch die Kammer,
Feierlich entsteht ein Saal,
Kronenleuchter hell erstrahlen,
Lächelnd, lachend, tausend mal.

Und in seinem Kopfe dreht sich,
Inspiriert durch sein Klavier,
Die Erwählte auf dem Tanzball,
So, als wär' sie wirklich hier.

Donnerstag, 28. Februar 2008

Rotkäppchen.

Es streifte heimlich durch den Wald
Ohne Rast und ohne Halt,
Konnte über Wipfel fliegen,
Niemand konnt' es je besiegen.
Lange Arme, dürre Beine,
Große Köpfe oder keine?
Nur ein Schatten ward zu seh'n,
Finster matt, doch schaurig schön.

Sorglos auf dem Wege schritt
Ein Mädchen leichten Fußes Tritt.
Rot den Schal ums Haar gebunden,
Zog sie aus, um zu erkunden,
Was die große Welt ihr böte,
Ohne Sorgen, ohne Nöte,
Einen neuen Neuanfang,
Gefolgt des Herzens tiefsten Drang.

Doch in jener dunklen Nacht
Ward das Wesen grad erwacht
Als der Bäume Stimmen starben,
Alle Vöglein Stille gaben.
Nur ein leiser Atem hauchte,
Als das Mädchen Schlafe brauchte,
Legt' es sich beseelt zur Ruh',
Schloss beide Äuglein müde zu.

Mit festem Blick und Löw'gebrüll
Fährt es herab, zerstört die Still'
Und packt das Mädchen, fürchtet nicht,
Grün funkelt Katzenaugenlicht.
Erwidert Macht mit bloßer Liebe,
Setzt Gefühle statt der Hiebe,
Und das Monster fort zerrinnt,
Zerfällt zu Asche, Staub und Wind.

Donnerstag, 14. Februar 2008

Kleiner Stern.

In jeder dunklen klaren Nacht,
Die Sterne hoch am Himmelszelt,
Mit Glitzerfunkeln still bedacht,
Bereisen strahlend diese Welt.

Der Mond erwacht mit gelbem Schleier,
Selbst müde grüßt er die Planeten,
Winkt zag der hübschen Cassiopeia,
Im Flug umtanzt von Schweifkometen.

Und dann ein Stern, so hell und klein,
Steht da, von mir berührt, und lacht,
Und leuchtet tief ins Herz hinein,
Tagaus, tagein und Nacht für Nacht!

Sonntag, 4. November 2007

Vogel von der Trauerweide.

für Carolin

Es saß einmal ein alter Mann
Bedrückt am Trauerweidenbaum,
Sich fern des Glücks von einst besann,
Erstrahlte es in jedem Raum.

Er dachte an die guten Tage,
An jene, welch' sein Herz geliebt,
Doch überfiel ihn Schmerz und Klage,
Als nun er fortan einsam blieb.

Mit mattem Haupt und tief gesenkt
Verweilt' er ewig auf der Bank,
Dort unter'm Baum, von Angst bedrängt,
Und wurde liebeskränker krank.

Da sang ein Vogel von der Weide,
So hell und fein, er scheute nicht,
Sprach zu ihm Mut, trotz dessen Leide,
Denn wenn du liebst, so lieb auch dich.

Mittwoch, 31. Oktober 2007

bestandsaufnahme.

dunkel     dunkel     hell       dunkel     blau       hell       dunkel
hell       dunkel     hell       hell       dunkel     dunkel     hell
grün       blau       dunkel     hell       dunkel     dunkel     blau

zu         zu         zu         kipp       zu         auf        zu
auf        zu         kipp       zu         zu         kipp       zu
zu         auf        zu         zu         kipp       zu         kipp

schlafend  ruhend     kochend    schlafend  flimmernd  redend     blickend
schauend   knutschend lesend     hörend     ruhend     hörend     kochend
schmusend  flimmernd  wartend    lernend    schlafend  küssend    schlafend
 
eins       zwei       drei       vier       fünf       sechs      sieben
acht       neun       zehn       elf        zwölf      dreizehn   vierzehn
fünfzehn   sechzehn   siebzehn   achtzehn   neunzehn   zwanzig    einundzwanzig

f          e          n          s          t          e          r

Sonntag, 28. Oktober 2007

Liebesschmerz.

Tränen rollen, Bäche fließen,
Augen brennen, Blitze schießen,
Stechen mitten in mein Herz.
Zu befreien und beschließen,
Zu ertragen und begießen -
Bittersüßer Liebesschmerz.

Donnerstag, 25. Oktober 2007

Oktober.

Städter eilen durch die Straßen
Trieb der Einsamkeit bezwingt,
Wenn die Kälte vor den Mänteln
Unter Haut und Leder dringt.

Wolken walzen über Häuser,
Hoch wie Türme steh'n sie starr,
Fest verankert, alles dreht sich,
Nur ein Fenster klappert da.

Regen prasselt gegen Scheiben,
Schirmchen biegen sich gar krumm,
Könnt' ich nur ein Stück verweilen,
Und Entfliehen vor dem Sturm.

Montag, 22. Oktober 2007

Kleiner Gruss.

Zitternd schreiben meine Hände,
Kritzeln auf das Blatt Papier,
Ein paar Worte, die ich sende,
Einen Gruß an dich von mir!

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schön :]
schön :]
meliterature - 21. Jul, 21:51
Hi, bin wohl nicht in...
Hi, bin wohl nicht in der zweiten Ausgabe dabei, sonst...
meliterature - 16. Jul, 18:37
Auch, wenns vorbei ist:...
Auch, wenns vorbei ist: das Bild ist verdammt schön....
meliterature - 2. Jul, 15:41

Lichterscheinungen


Gedicht: "Vogel von der Trauerweide"


Kurzgeschichte: "Jugendliebe"

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Zuletzt aktualisiert: 21. Jul, 21:51

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